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Wikis: Gehirn und Bauch
des Unternehmens 2.0 leer Dritter Teil der Wiki-Serie

Mein Wiki versteht mich – Semantische Erweiterungen

Einer der aufregendsten neuen Trends des Internet-Zeitalters wird auch das Wissensmanagement durch Wikis revolutionieren: Das semantische Web.

Konzepte des intelligenten Taggings erlauben bereits jetzt Informationsressourcen im Web durch Metadaten so anzureichern, dass Software-Agenten die Bedeutung von Begriffen und ihre logische Verknüpfung auflösen und auswerten können. Bis zur Verwirklichung dieses Traums im Internet werden wegen der schieren Menge an auszuzeichnender Information noch einige Jahre vergehen. Für ein „Internet im Kleinen“, wie es ein Wiki mit einigen hundert oder tausend HTML-Seiten darstellt, gilt dies nicht. Die semantische Anreicherung eines Wikis, etwa durch Kategorien oder Attribute, lässt sich mit relativ geringem Aufwand durchführen. Angenommen Sie suchen in Ihrem Unternehmens-Wiki die Beschreibung eines speziellen Angebotsprozesses.

Bei einer Volltextsuche würde die Eingabe „Prozessbeschreibung Angebotsprozess Firma XYZ“ nur dann zu einem Ergebnis führen, wenn der Titel des Artikels tatsächlich so lautete. Wurde der Artikel allerdings mit den semantischen Kategorien „Prozessbeschreibung“, „Firma XYZ“ und „Vertrieb“ angereichert, so finden Sie den gesuchten Artikel intuitiv über diese Zuordnungen. Den Titel des Artikels brauchen Sie dann nicht mehr zu kennen! Gerade im Hinblick auf die Eignung von Wikis für das Projekt-Management ist das Konzept des semantischen Wikis ein spannender Ausblick. Jedes Projekt unterliegt anderen Rahmenbedingungen, die sich erst im Laufe der Zeit herauskristallisieren. Werden im Firmen-Wiki frühere Projekte protokolliert und über Tags zu Branche, Produkt, Zeit, Fehlerquellen etc. semantisch erfasst, so können Sie vor Beginn eines neuen Projekts wichtige Erfahrungswerte analoger Projekte gezielt auswerten und für das aktuelle Vorhaben nutzen. Das spart Zeit und beugt Fehlern vor.

Erfolgreiche Einführung von Wikis

Der Erfolg oder Misserfolg eines Wikis steht und fällt mit der Akzeptanz durch die User. Als kollaboratives, demokratisches und intuitives Tool hat ein Wiki natürlich einen immensen Vorteil gegenüber vergleichsweise komplexen Systemen. Dennoch ist die Einführung eines Wikis kein Selbstläufer.

Bedenken Sie, dass eine positive Eigendynamik erst entsteht, wenn Sie es schaffen eine kritische Masse von Informationen zu hinterlege. Von diesem Moment an sorgt der Netzwerkeffekt für einen kontinuierlichen Wissensaufbau.

Zudem sollten Sie darauf achten, dass das Wiki nicht als Insellösung konzipiert wird. Wenn mit dem Wiki verschiedene Abteilungen arbeiten, lassen sich verschiedene Erfahrungen und Wissensbestände aktivieren, die zu neuen Lösungswegen beitragen.

Beratung durch den Profi

Die Unterstützung der Einführung durch ein Beratungsunternehmen ist unbedingt zu empfehlen, um das volle Potenzial dieses innovativen Web 2.0-Tools zu erschließen. Die Aufgaben der externen Experten sind sowohl technischer als auch beratender Natur:
  • Auswahl und Installation einer geeigneten Wiki-Plattform sowie Anpassung an das Look & Feel des Unternehmens
  • Definition der mit dem Wiki verfolgten Ziele
  • Identifikation und Bewertung der bestehenden Informations-Ressourcen
  • Best Practice und Support-Datenpool mit Dokumentationen zu früheren und aktuellen Projekten
  • Analyse der organisatorischen Struktur und Prozesse
  • Entwicklung von Schnittstellen und PlugIns zu internen Wissenssystemen
  • Vorschläge zur internen kommunikativen Unterstützung der neuen Lösung
  • Schulung
Glossar

Wissensmanagement
Ziel von Wissensmanagement ist es, das gesamte Wissen einer Organisation zu erschließen, zu strukturieren, zu verknüpfen und für andere verfügbar zu machen. Wissensmanagement hat eine technologische und organisatorische Komponente, insofern als der Prozess einerseits organisatorisch implementiert und andererseits durch IT-Systeme unterstützt werden muss.

Netzwerk-Effekt
Der Begriff beschreibt allgemein das Phänomen, dass in bestimmten Systemen der Nutzen exponentiell mit der Anzahl der Teilnehmer steigt. Jeder neue Teilnehmer erhöht den Nutzen des Systems, dadurch lassen sich weitere Teilnehmer gewinnen etc.

Semantisches Web
Die semantische Aufbereitung von Ressourcen in Hypertext-basierten Systemen wie dem WWW oder in Wikis zielt darauf ab, die einzelnen Elemente so anzureichern, dass maschinenbasierte Agenten ihren Inhalt „verstehen“ und den logischen Zusammenhang zwischen verschiedenen Artifakten herleiten können. In Wikis gelingt dies einerseits durch die Zuordnung von Kategorien zu einzelnen Artikeln, zum anderen durch Attribute. Diese realisieren eine Triplet-Struktur der Art „Artikel A“ „ist Hauptstadt von“ „Artikel B“.

Wiki-Engine
Als Wiki-Engine werden die Software-Applikationen bezeichnet, die zur Verwaltung eines Wikis eingesetzt wird. Grundlegende Funktionen der Wiki-Engine ist die Umwandlung von Text-Dateien in HTML und deren Auszeichnung über eine eigene Markup-Sprache. Gewöhnlich benötigt eine Wiki-Engine für den Betrieb einen Applikations- und Web-Server. Die Inhalte werden in einem Datei-System abgelegt, die Änderungen des Content in einem relationalen Datenbank System gespeichert.

Intranet
Ein Intranet ist ein für einen bestimmten Benutzerkreis (Organisation, Unternehmen) eingerichtetes Netzwerk. Es beruht technisch auf den gleichen Prinzipien wie das Internet: TCP/IP als Netzwerkprotokoll und der Webbrowser als universale Nutzerschnittstelle. Genutzt werden Intranets vor allem als unternehmensinterne Kommunikationsplattform, um Ressourcen wie Mitarbeiterzeitschriften, interne Dokumente oder Prozessanweisungen für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Lesen Sie auch den ersten Teil und zweiten Teil unserer Wiki-Serie.