Suche  
Geben Sie hier Ihren Suchbegriff ein...
leer
  Online-Marketing
  IT-Beratung
  ERP/CRM
 Aktuelles
leer
leer Weblogs im Kundendialog

Einer der aktuellsten Fragen bei der Optimierung digitaler Marketing-Prozesse lautet: Wie lassen sich Web 2.0-Anwendungen wie beispielsweise Blogs erfolgreich in die Kundenkommunikation integrieren?


Die Zahl der Online-Journale ist von ein paar Dutzend im Jahr 1999 weltweit auf ca. 40 Millionen, deutschlandweit auf schätzungsweise 300.000 explodiert. Und täglich kommen etwa zwischen 30.000 und 40.000 neue Blogs dazu. Einen Überblick gibt die Blogsuchmaschine Technorati: www.technorati.com.

Obwohl die große Mehrzahl der digitalen Tagebücher lediglich dem Privatvergnügen dient und keine publizistische Relevanz hat, gehen Experten davon aus, dass diese moderne Form der Mund-zu-Mund-Propaganda die Medien- und Marketingland-schaft radikal verändern wird.

Digitale Mund-zu-Mund-Propaganda

So benutzen laut einer aktuellen Studie des internationalen Beratungsunternehmens Booz Allen Hamilton bereits 12,4 Millionen Deutsche aktiv Web 2.0 Anwendungen wie Blogs, Communities oder virtuelle Kontaktbörsen. 50 Prozent der deutschen Internet-User ziehen bei Kaufentscheidungen Empfehlungen der Social-Web-Mitglieder zu Rate.

Im Gegensatz zu der traditionellen Mund-zu-Mund-Propaganda, deren Wirkung situativ und nur von kurzer Dauer ist, erlangt der digitale Austausch von Meinungen über Produkte, Dienstleistungen, Marken und Unternehmen eine komplett neue Qualität. In der „Blogosphäre“ wird jede Äußerung mit den zugehörigen Kommentaren gespeichert und lässt sich wieder abrufen und bearbeiten. Gerne auch mobil per PDA und Handy.

Nach dem Schneeball-Prinzip führt jede jede Verlinkung zwischen den Weblogs dazu, dass sich als relevant erkannte Information innerhalb kürzester Zeit über das World Wide Web verbreitet. Erreicht dieser Netzeffekt eine kritische Masse dringen die Informationen aus dem virtuellen Medium in den analogen Raum und werden in Print und TV verwertet.

Risiken und Chancen für Unternehmen

Die neue demokratische Medien- und Meinungsmacht der Blogger hat bei einigen Unternehmen schon zu schmerzahften Erfahrungen geführt. Exemplarisch dafür ist der Super-PR-Gau von Jean-Rémy von Matt, der in einer internen Mail die Weblogs als „Klowände des Internets“ bezeichnet hatte. Nachdem die Mail in die „Blogosphäre“ gesickert war, zwang eine Lawine wütender Reaktionen aus den Communities den Werber, sich öffentlich zu entschuldigen.

Andererseits eröffnen Social Networks für Unternehmen neue Chancen und innovative Möglichkeiten den Marketing-Prozess zu remodellieren. Dies erfordert ein grundsätzliches Umdenken bei den Verantwortlichen: Anders als im Web 1.0 wird der Konsument nicht mehr als passiver Empfänger von Botschaften wahrgenommen, sondern als gleichberechtigter Partner in einem transparenten und offenen Dialog.

Bisher sind deutsche Unternehmen im Umgang mit Blogs im Gegensatz zu ihren Kollegen in den USA allerdings sehr zurückhaltend. Laut dem 15. UPS Europe Business Monitor konnten 57 Prozent der befragten Manager hierzulande mit dem Begriff Blog nichts anfangen. Die Zahl der Corporate Blogs, also der von Firmen ins Leben gerufenen Online-Tagebücher, beträgt im deutschsprachigen Raum gerade einmal 1.400.

Wie erfolgreich der Einsatz von Unternehmens-Blogs sein kann, zeigt das Beispiel Frosta. Der Hersteller von tiefgefrorenen Lebensmitteln richtete Ende Juni 2005 seinen eigenen Corporate Blog ein und ludt die User dazu ein, sich öffentlich mit den Mitarbeitern über die Firma und ihre Produkte auszutauschen. Unter den Beiträgen finden sich beispielsweise Rezepte für die Zubereitung von Menüs mit Produkten aus dem Frosta-Sortiment. Durch die direkte und offene Kommunikation vertieft das Unternehmen die Beziehung der Mitarbeiter zum Kunden und schafft eine Basis für Vertrauen und Loyalität. Schauen Sie mal rein:
www.blog-frosta.de.

Corporate Weblogs bieten also eine hervorragende Plattform, um einen individualisierten Austausch mit den Stakeholdern und Multiplikatoren eines Unternehems zu initialisieren und Echtzeit-Kommunikation zu betreiben. Etwa durch persönliche Beiträge der Mitarbeiter, Reaktionen auf aktuelle Ereignisse, Verlinkungen zu Presseinformationen, White Papers und Fallstudien.

Lesen Sie auch unseren zweiten Teil zu Corporate-Blogs.

[ Zurück ]